11. KT: SV Luftfahrt - RV Thalheim 18:18

Punkteteilung

Kämpfe gegen den RV Thalheim sind für unser Bundesligateam immer recht kompliziert, weil nahezu unlösbar. Der Erzgebirgler gehören in die Kategorie „die liegen uns nicht“. Erschwerend für das Team war das Fehlen von Marcin Olejniczak und Radek Bierzanowski, die nationale Meisterschaften hatte.

Sven Cammin (55kg GR) stellte sich notgedrungen dem klassischen Ringkampf zur Verfügung. Gegen den deutschen Auswahlringer der Kadetten Peter Haase hatte Sven stellenweise große Probleme. Die von Trainer und Sportler zurechtgelegte Ausrichtung hat sich im Kampfverlauf als die nicht immer Richtige erwiesen. Im Endeffekt war es sein Kampfgeist der den Sieg bescherte. Sven ist halt kein Klassiker – 3:2 Rundensieg (1:4/1:1/1:4/3:3/5:3) – Stand 3:2.

„Er geht mit einem Lächeln auf die Matte und kommt mit dem Selbigen wieder von der Matte“ äußerte sich ein neutraler Beobachter in der Halbzeitpause, was derzeit auch die einhellige Meinung über Radek Baran (120kg FR) widerspiegelt. Taktisches rumgeeiere ist nicht sein Ding, also sucht er mit dem Anpfiff die Wertungen, so geschehen in allen drei Kampfrunden. Jeweils vor der 30-Sekundenmarke war alles so gut wie gegessen. Sein Gegner und Ex-Luftfahrter Radoslaw Dublinowski ist nun mit Sicherheit kein Gegner, den man so einfach im Vorbeigehen mitnimmt, zumal Physis und Gewicht klar für ihn sprachen. Es sieht aller so locker und leicht aus was Radek auf der Matte fabriziert, alldieweil sich sein Gegner abrackerte, aber eigentlich keine Chance hatte – 3:0 Rundensieg (2:0/3:0/1:0) – Stand 6:2.

Ein Schlüsselduell, das durchaus eine Tendenz für den Mannschaftskampf abgeben sollte, war die Begegnung zwischen Robert Rogalewicz (60kg FR) und Krzstof Bienkowski. Beide Ringer lieferten sich teilweise absolut sehenswerte und atemraubende Bewegungsabläufe mit viel Dynamik. Der Pole in Thalheimer Diensten erwies sich in entscheidenden Situationen als spritziger und konzentrierter. Für Robert war es der erste Einsatz in dieser Saison und gegen diesen Gegner zu verlieren, der schon eine Gewichtsklasse höher im Laufe der Serie für Furore gesorgt hat, ist überhaupt kein Beinbruch. Viel wichtiger war, dass er aus diesem Schlüsselduell ein Runde holte, wie der weitere Kampfverlauf zeigen wird – 1:3 Rundenniederlage (0:3/1:0/0:1/0:4) – Stand 7:5.

Erstmals in dieser Saison musste unsere Teamleitung eine Gewichtsklasse unbesetzt lassen. Natürlich hätte man irgendjemanden hinstellen können, aber mit welchem Sinn? Selbst der gesetzte Marcin Olejniczak hätte es gegen David Vala ganz schwer gehabt. Der Thalheimer bekam die Punkte kampflos – 0:4 kampflos – Stand 7:9.

So breit auch der Luftfahrtkader geworden ist, fast jede Position kann von uns doppelt besetzt werden, außer der halt von Bakar Achmerzaev (66kg GR). Er ist immer noch nicht richtig auf dem Damm und bräuchte eigentlich mal richtig Pause, allerdings genau seine Position ist im Kader ohne „Backup“. Bakar sein Gegner Erik Weiß zermürbte ihn konditionell im Standkampf. Bakar konnte zwar mit guten Bewegungen viele Sachen neutralisieren, aber spätestens in der Bodenlage war es dann vorbei. Eine durchaus eingeplante Niederlage – 0:3 Rundenniederlage (0:2/0:2/1:4) – Pausenstand 7:12.

Der prognostizierte Kampfverlauf stellte sich bis dato leider ein, was den Mannschaftssieg allerdings auch in fast unerreichbare Entfernung entrinnen lies.

Es folgten zwei Schlüsselkämpfe, die schon in den letzten Begegnungen mit dem RV Thalheim für Kopfzerbrechen sorgten.

Wie schon in wichtigen Mannschaftskämpfen zuvor, wo es „ungünstig“ für das Team aussah, galt und gilt das Motto: „Nichts ist verloren!“ Mit einem tollen Kampf und der wichtigen Initialzündung sorgte diesmal der jüngste im Bunde Patryk Dublinowski (84kg FR). Gegen einen für Patryk noch unerreichbaren Gegner, wie der Junioren EM-Dritte Zbigniew Baranowski, wuchs er über sich hinaus. Patryk gewann die erste Runde im Clinch. Die zweite Runde gewann er sehr konzentriert in der regulären Kampfzeit. Die dritte Runde ging dann wieder in die „Verlängerung“. Der Thalheimer durfte fassen, Patryk verteidigte sehr tapfer. Mit einer sehr grenzwertigen Aktion, die man hätte auch durchaus als Foul werten können, musste Patryk die Wertung abgeben. In den restlichen Runden bekam dann der Thalheimer wieder Oberwasser und konnte Patryk die Zähler abluchsen. Fest stand aber eins, dass Patryk zwei ganz wichtige Runden erkämpft hat – 2:3 Rundenniederlage (1:0/3:1/0:1/0:2/0:6) – Stand 9:15.

Rafal Statkiewicz (66kg FR) wusste zum Einen, dass er - in Sachen Gesamtsieg - gewinnen musste. Zum Zweiten war ihm auch klar: Gewinnen war Pflicht, dann aber auch noch „zu Null“. Und zum Dritten setzte er sich selbst unter Druck, mit dem festen Willen endlich Wojciech Sadowski zu besiegen. Den vierten Faktor beschäftigte dann eher die Trainerecke: Würde er es schaffen, die taktischen Vorgaben umzusetzen, gerade auch weil das Blut in seinen Adern kochte? Rafal schaffte an diesem Abend die für sich perfekte Kombination aus allem. In Runde Eins war es das gribbelnde Blut des Heißsporns, das notwendig war um kurz vor Schluss zum Rundensieg auszugleichen. In Runde Zwei dann taktischer Überblick gepaart mit Konzentration und Standfestigkeit. Und in Runde Drei passte irgendwie alles zusammen in einem guten Mix aus allem. Klasse Kampf von Rafal und damit Punkte des Schlüsselduells in die Luftfahrtecke geholt – 3:0 (1:1/1:0/2:0) – Stand 12:15.

Ganz schwerer Job für Mannschaftskapitän Mirco Redmann (84kg GR) gegen einen seit Woche gut aufgelegten Petr Nowak. Ziel für Mirco war es eine Runde zu holen. Im ersten Kampfdurchgang sicherte sich Mirco die Aktivität. Beim Rollenversuch wurde er allerdings abgefangen und gleich noch mal gekontert. Mirco versuchte danach die Punktchance im Standkampf zu suchen, was der Tscheche teileweise mit beinharten Attacken unterband. Kämpferisch passte es bei Mirco – 0:3 Rundenniederlage (0:5/0:1/0:2) – Stand 12:18.

Es bahnte sich ein dramatisches und hoch spannendes Finale an. Für das Luftfahrtteam ging es eigentlich nur noch um das Unentschieden, dazu durfte allerdings auch rein gar nichts anbrennen. In ganz klaren Worten hieß es: Keine Runde durfte mehr abgegeben werden.

Martin Szabo (74kg GR) ist eine Bank im Team, die auch an diesem Abend Standfestigkeit unter Beweis stellen musste. Gegen Kevin Mehlhorn ging in der ersten Runde ohne Wertung in die angeordnete Bodenlage. Zum ersten Mal bange Momente, denn eine Wertung musste zwingend kommen. Martin behielt Nerven, hob seinen Gegner souverän aus und warf ihn zur Freude Aller zur Dreierwertung. Mit dieser technischen Wertung konnte Martin im weiteren Kampfverlauf das Geschehen diktieren. Martin lies es allerdings nicht auf die Bodensituation ankommen, sondern holte sich die Wertungen schon im Standkampf – 3:0 Rundensieg (3:0/1:0/1:0) – Stand 15:18.

Showdown! Adam Sobieraj (74kg FR) gegen Florian Rau. Adam ist zwar sportlich noch immer nicht wieder auf Spitzenniveau, aber der psychologische Push „des Gewinnen müssen“ aktiviert bei ihm die notwendigen Reserven. Runde Eins geht per Einserwertung an Adam, allerdings macht ihm der Thalheimer mit seiner stürmischen, aber wirkungslosen Art, das Leben sehr schwer. Der Thalheimer rang auf 0:0 und Aktivität, um im Clinch die entscheidende Siegrunde für sein Team zu holen. Und genau so kam es dann auch in Runde Zwei: Clinch, der Thalheimer durfte fassen… und viele sahen das Unheil kommen…. Aber nichts da, Adam verteidigte mit allen Mitteln diese Situation, zumal der Mattenrand schon gefährlich nah war. Er hielt Stand und konterte letztendlich per Spaltgriff zum bejubelten Rundengewinn. Adam war jetzt angestachelt und hellwach, schon an seiner Mimik und Gestik in der Pause war klar: Jetzt packt er es! Zwei Minuten später kam Adam mit einem deutlichen Rundensieg von der Matte – 3:0 Rundensieg (1:0/2:0/4:0) – Endstand 18:18.

Letztendlich eine gerechte Punkteteilung für beide Teams. Für den SV Luftfahrt ist das Unentschieden ein Erfolg, gerade weil ein Punktgewinn nicht wirklich eingeplant war.

Trotz des Punktgewinns wird es in Sachen Klassenerhalt nun noch einmal richtig spannend, denn durch den Sieg von Untergriesbach gegen Hallbergmoos rückt das Feld wieder eng zusammen.

Am Montag reist das Bundesligateam zum Tabellenführer nach Burghausen.