14. KT: AC Lichtenfels - SV Luftfahrt 14:22
„Big Points“ im Hexenkessel
Das Bundesligateam hatte sich einem Sieg im Auswärtsduell gegen den AC Lichtenfels vorgenommen, um für eine Vorentscheidung in Sachen Klassenerhalt zu sorgen. Das Team war gut vorbereitet und auf den Gegner eingestellt.
Einen starken Kampf lieferte Sven Cammin (55kg GR) im ungeliebten klassischen Ringkampf ab. Er hatte das
Kampfziel die technische Niederlage gegen den überlegen eingeschätzten Bulgaren
Radostin Shindov zu verhindern. In Runde eins musste sich Sven nur einer Rolle
des Bulgaren geschlagen geben. Im zweiten Durchgang erkämpfte er sich sogar die
Aktivität, vermied aber ein zu hohes Risiko im Bodenkampf. Im dritten Durchgang
verteidigte Sven wieder gut und erreichte somit die gesetzten Ziele. Moralisch
sehr wichtig für das Team – 0:3 Rundenniederlage (0:2/0:1/1:2) – Stand 0:3.
Radek Baran (120kg FR) lag die ganze Woche über flach, womit sein Start bis zu letzt fraglich war. Er deutete auch selbst an, dass er wohlmöglich heute nicht alles geben kann. Gegen Tontcho Georgiev reicht es aber trotzdem dicke. Im „SV Luftfahrt Live Ticker“ spiegelte sich der Kampf wie folgt wieder: 120kg: Radek spielt, 7:0. ACL Halle schweigt, 2. Runde 6:0 für Radek. Hammer! ACL Publikum lacht und jubelt für Radek! Mit einem gekonnten Bocksprung über seinen Gegner holte sich Radek auch den letzten Punkt in Runde 3 und wurde zu Recht auch vom gegnerischen gefeiert – 4:0 Überlegenheit (7:0/6:0/6:0) – Stand 4:3.
Wäre da nicht diese ärgerliche erste Runde gewesen, dann wäre es ein absolut perfekter Auftritt von Robert Rogalewicz (60kg FR) gewesen. Sprichwörtlich mit dem Zeitzeichen konnte Tobias Glücker per Kopfzug die erste Runde für sich entscheiden. Danach lief alles für Robert, der ganze zehn Mal die Einserwertung für sich holte – 3:1 Rundensieg (1:3/2:0/3:1/4:0) – Stand 7:4.
Wie schon letztes Jahr bekam Marcin Olejniczak (96kg GR) keinen Gegner gestellt – 4:0 kampflos – Stand 11:4.
Bakar Achmerzaev (66kg GR)
resümierte nach dem Kampf seinen Auftritt ziemlich selbstkritisch: „Das war zu
wenig, da muss ich mehr draus machen.“ Recht hat er! In der ersten Runde musste
er sich knapp einer Rolle des Rumänen Constantin Zamfir am Mattenrand beugen.
Stark war sein Armzug zum Rundengewinn im zweiten Kampfabschnitt. In Runde Drei
musste Bakar sich einem starken, aber vermeidbaren Ausheber seines Kontrahenten
beugen. In der vierten Runde konnte Bakar die Bodenoberlage nicht nutzten, hier
hätte er mehr riskieren müssen – 1:3 Rundenniederlage (0:1/1:1/0:3/0:1) –
Pausenstand 12:7.
Aus Luftfahrtsicht kam es nach der Pause zum wichtigen Schlüsselkampf. Patryk Dublinowski (84kg FR) traf auf Christoph Meixner. Im Hinkampf konnte Patryk schon gewinnen, allerdings war der Kampf mehr von bedingungslosem Kampfgeist geprägt. Patryk hat es geschafft in seinen Kampf mehr Struktur und die taktische Note des Trainerteams mit einzubeziehen, womit er einen großen Schritt in seiner Entwicklung machen sollte. Sinnbild dafür war seine dritte Runde. Wo er früher bei einem Rückstand in Hektik verfiel, bleibt er jetzt ruhig und bedächtig. Dementsprechend war es auch nur ein kurzweiliger Rückstand, den Patryk souverän ausglich und dieses wichtige Schlüsselduell in tollen drei Runden für sich und für das Team entschied. Aus Sicht des Trainerteams war Patryk „Man of the Match“ – 3:0 Rundensieg (1:0/3:0/1:1) – Stand 15:7.
Immer einen Tick besser und schneller als Rafal Statkiewicz (66kg FR) war Simon Pilzweger. Der Lichtenfelser lies sich von Rafal nicht aus der Reserve locken. Rafal war zwar stehts bemüht, konnte aber keinen Angriff final zum Punkt- oder gar Rundengewinn umsetzen. Im Zwiegriff der zweiten Runde fehlte es Rafal auch an der entsprechenden Physis, um den Angriff des Lichtenfelser hundertprozentig zu parieren – 0:3 Rundenniederlage (0:3/0:1/0:1) – Stand 15:10.
Pechvogel oder Unglücksrabe des Kampfabends aus Luftfahrtsicht war Tom Linke (84kg GR). Tom holte sich gegen den Tschechen Artur Omarov den Aktivitätsvorteil in Runde Eins, konnte ihn aber nicht zum Punktgewinn verwerten. Das Unheil kam in Runde Zwei. Der Tscheche setzte eine gefährliche Kopfklammer an, die beim ersten Versuch vom Kampfrichter mit eindeutiger Vehemenz wegen Foul abgepfiffen wurde. Von dieser Attacke erholte sich Tom nur schwer. Beim zweiten Versuch lies der Kampfrichter zu aller Luftfahrtaufregung die Sache durchgehen. Tom sah die Vöglein zwitschern, bevor ihm schwarz vor Augen wurde und sich auf den Schultern wieder fand – 0:4 Schulterniederlage (0:1/0:3) – Stand 15:14.
Zum Spektakel avancierte der Kampf zwischen Martin Szabo (74kg GR) und
Andreas Eichheimer. Martin war sich über die Gefährlichkeit seines Gegners im
Klaren. Schon der Standkampf wurde von beiden mit viel Dynamik und allen
Mitteln geführt. Das Anrennen des Lichtenfelsers beantwortete Martin mit
Technik. Ein Armzug und eine Schleuder sicherten Runde eins. Ein Wurf über die
Brust sowie ein starker Bodenausheber waren zwei Dreierwertungen in Runde Zwei
wert. Einen technischen Augenschmaus lieferte Martin im dritten Kampfabschnitt,
als er in einer atemraubenden Aktion seinen Gegner nur mit Kopf und Nacken (!)
spektakulär aushob und zur Dreierwertung ablegte. Obwohl das Team schon von
einem Sieg Martins ausging, aber mit solch einer in erster Linie technischen
Überlegenheit rechnete dann doch keiner – 4:0 Überlegenheit (4:0/7:0/4:1) –
Stand 19:14.
Auch der zweite Teil des Luftfahrter Weltergeschichtsduos Adam Sobieraj (74kg FR) funktionierte hervorragend, zumal Adam sich sichtlich aus seinem kleinen Formtief herausarbeitet. Mit einem tollen Spaltgriff gegen den gefährlichen Serghei Siscov sicherte sich Adam Runde Eins. Begünstigt durch eine Fehlentscheidung des Unparteiischen gewann er auch die zweite Runde. Den Zwiegriff im dritten Durchgang entschied Adam per Dreierwertung für sich – 3:0 Rundensieg (2:1/1:0/3:0) – Endstand 22:14.
Mit diesem Auswärtssieg hat sich das Team eine blendende Ausgangsposition verschafft, um kommendes Wochenende den Klassenerhalt auch rechnerisch in trockene Tücher zu bringen. Zu Gast ist am kommenden Samstag der Mitkonkurrent SV Johannis Nürnberg.







