16.KT: SV Hallbergmoos - SV Luftfahrt 18:21

Können sie es wirklich nur auswärts?

Diese Frage stellt sich bei der Tatsache, dass im fünften von acht Auswärtskämpfen in dieser Saison gepunktet wurde. Damit wurden auch dreiviertel aller Punkte auf fremden Matten eingeheimst. Das Team fühlt sich Auswärts pudelwohl. Auch wenn einige Stammkräfte ersetzt werden musste, war ein Sieg beim SV Hallbergmoos absolut realistisch, zumal die Jüngsten im Team über sich hinaus wuchsen.

Sven Cammin (55kg GR) bessert seine Griechisch-römisch Bilanz mit diesem kampflosen Sieg auf – 4:0 kampflos – Stand 4:0.

Radek Baran (120kg FR) unterstrich einmal mehr, was für ein Teufelskerl er ist. Gegen den polnischen Superschweren Bartolomiej Bartnicki schien in der vierten Runde die erste Saisonniederlage für Radek besiegelt gewesen zu sein. Zumindest glaubte diesmal im luftfahrtblauen Lager wirklich niemand mehr daran, dass Radek einen 1:2 Rückstand bei 1:58min noch in ein 3:2 drehen kann. Mit einem überraschenden und blitzschnellen Spaltgriff hob er seinen superschweren Kontrahenten vom Mattenboden ab und versetzte alle Luftfahrter in Trance, die allesamt mit jubelndem Kopfschütteln reagierten. Die restlichen Runden waren Beiwerk – 3:2 Rundensieg (0:4/0:1/2:0/3:2/2:0) – Stand 7:2.

Gegen einen anrennenden Thomas Kopp hatte Robert Rogalewicz (60kg FR) alle Hände voll zu tun. Dank seines überaus starken Defensivverhaltens konnte er alle Attacken seines Gegners neutralisieren bzw. ausgesprochen überlegt kontern. Wieder ein guter Auftritt von ihm – 3:0 Rundensieg (1:0/2:0/5:0) – Stand 10:2.

Schlüsselkampf Nr.1. Tom Linke (96kg GR) gegen Daniel Bona. Beiden trennten gut 10kg Körpermasse und dementsprechend auch physische Voraussetzungen. Mit Tom kann man sich solche Kämpfe allerdings sehr gut erarbeiten, ohne dass ständig das „Aber“ aufs Trapez gestellt wird. Der Lohn der Arbeit sind zwei gewonnene und moralisch sehr wichtige Gewinnrunden. Durch konsequente Bodenarbeit gelang es ihm sogar den deutlich schwereren Ungarn zu rollen. Hintenraus schwanden verständlicher Weise die Kräfte, allerdings hatte Tom bis dato seinen Job schon längt erfüllt gehabt – 2:3 Rundenniederlage (1:0/0:2/2:0/2:0/1:0) – Stand 12:5.

Bakar Achmerzaev (66kg GR) hatte das Geschehen auf der Matte gegen Alexander Fritsch weitestgehend im Griff. Er sicherte sich die ersten beiden Kampfrunden jeweils in der Bodenoberlage. Die Runden drei und vier liefen dann ärgerlicher Weise nicht unbedingt nach Plan. Der Hallbergmooser stellte sich seht gut im Verteidigungsverhalten auf Bakar ein und konnte so mittels nichttechnischer Wertung diese Runden für sich entschieden. Im letzten Durchgang suchte Bakar erfolgreich im Standkampf die Entscheidung und siegte schlussendlich verdient – 3:2 Rundensieg (2:0/1:0/0:1/0:1/1:0) – Pausenstand 15:7.

Um seine Aufgaben beneidet ihn wirklich niemand. Marcel Redmann (84kg FR) springt in die Breche, wo es wirklich nichts zu holen gibt. Auch gegen den Weißrussen Soslan Gattsiev war es wieder so ein Kampf. Die erste Runde konnte Marcel noch taktisch klug verwalten, danach roch allerdings sein Gegner den taktischen Braten. Sobald Gattsiev am Gegner dran ist, gibt es kaum noch Abwehrmöglichkeiten, zu stark sind seine technischen Fähigkeiten – 0:4 Überlegenheit (0:1/0:7/0:7) – Stand 15:11.

Schlüsselkampf Nr. 2. William Stier (66kg FR) gegen Andreas Pflügler, ein knochiger und physisch überlegener Gegner, der auch so wie es schien ordentlich abgekocht hatte für diesen Kampf. Die erste Runde deutete schon die schlimmsten Mutmaßungen über den Kampfverlauf an. Runde Zwei startet ebenso, denn Willi fand sich schnell in der gefährlichen Lage wieder. Gerade noch so entronnen, fingen allerdings an die taktischen Vorgaben bei Willi zu wirken – rechtzeitig in aller letzter Sekunde. Mittels schneller Aktionen und dem besseren technischen Feingefühl konnte der Youngster ein 0:5 in ein 6:5 drehen. Runde Drei und Vier waren gepaart von absolutem Kampfeswillen, Disziplin und angetrieben von der tollen Unterstützung von den zwölf (nicht mehr sitzenden) Luftfahrtern am Mattenrand. Willi ebnete den Weg zum Teamsieg – 3:1 Rundensieg (1:4/6:5/2:2/1:0) – Stand 18:12.

Einen ebenfalls mannschaftsdienlichen Job erledigte David Ignatius (84kg GR) gegen Michal Jaworski. David rückte ebenfalls eine Gewichtsklasse auf und verhinderte mit effektiver Defensivarbeit den Höchstsieg seines Gegners. Besonders gut gelang es David zu verhindern, dass die physischen Vorteile des Polen in Hallbergmooser Diensten zur Geltung kamen – 0:3 Rundenniederlage (0:1/0:3/0:1) – Stand 18:15.

Martin Szabo (74kg GR) brachte den Mannschaftssieg in trockene Tücher. Diesmal war es kein technisches Spektakel was Martin abfeuerte, sondern grundsolides taktisches Ringen. Eine einzige technische Wertung in Runde Eins reichte Martin gegen Michael Prill. In Runde Zwei und Drei wählte er jeweils die Bodenunterlage und wehrte die Rollenattacken seines Gegners souverän ab. Martin klatschte zuerst Willi und Tom ab, weil er wusste dass der Sieg heute über die beiden Jüngsten im Team ging – 3:0 Rundensieg (1:0/1:0/1:0) – Stand 21:15.

Ein Stein vom Herzen fiel Adam Sobieraj (74kg FR), weil es heute nicht auf ihn ankommen musste. Adam traf auf Ergün Aydin, den besten Punktesammler der Bayern. Adam lies sich zwar nicht hängen, allerdings merkt man sofort, wenn der große Druck nicht auf ihn lastet. Aydin überraschte Adam immer wieder mit blitzschnellen und kraftvollen Konteraktionen – 0:3 Rundenniederlagen (0:4/1:3/0:3) – Endstand 21:18.

Ob das Team es wirklich nur Auswärts kann, will es am letzten Heimkampf am 10.12. gegen den SV Untergriesbach gerne widerlegen.