1.Kampftag: SV Luftfahrt - 1.Luckenwalder SC 3:30

Rabenschwarzer Saisonauftakt

Betröppelte Mienen und leere Blicke starrten in den mittlerweile geräumten ehemaligen Flugzeughanger, als anderthalb Stunden nach Kampfende die Teamleitung nach den passenden Worten suchte, um die derbe 3:30 Auftaktniederlage gegen den 1.Luckenwalder SC ins rechte Licht zu rücken.

„Wir wollten uns gut präsentieren, 10 hoch motiviert geführte Kämpfe zeigen und uns in die Saison hineinringen“, wiederholte sich Trainer Swen Lieberamm ziemlich konsterniert bei der abschleißenden Gesprächsrunde. „Wenn ich das Ergebnis mal ausblende, dann bin ich mit fast allen Sportlern absolut zufrieden, mit den von ihnen gezeigten Leistungen.“ Trotz dieser relativierenden Worte, ist ihm die Ratlosigkeit nach Kampfende deutlich ins Gesicht geschrieben.

Mit einer Führung in die Pause?

Gegen den hohen Favoriten aus dem Brandenburgischen wollte das Team sogar möglichst mit einer Führung in die Pause gehen, so war die hoch motivierte Marschroute eigentlich gesteckt, aber es kam völlig anders. Im Einzelnen:

Ricardo Melz (rotes Trikot)Sven Cammin (55kg FR) rackerte sich gegen Emanuel Krause ab, muss sich aber in drei Runden dem Deutschen Meister unterordnen – 0:3 Rundenniederlage (0:2/0:2/0:3)- Stand 0:3.

Zum einzigen Luftfahrtsieg und stimmungsgewaltigen Einstand kam Ricardo Melz (120kg GR) über den Ungarn Armin Majoros. Ricardo erwies sich ringerisch als konzentriert und abgeklärt, mit seinem tollen Auftritt gelang es ihm das Publikum sich von ihm zu überzeugen – 3:0 Rundensieg (3:0/1:0/3:0).

Kämpferisch absolut überzeugend war Radoslaw Bierzanowski (60kg GR) gegen den deutschen Vizemeister Christoph Bast. Die einzige technische Wertung gab Radek in der ersten Runde per Rolle ab. Er holte sich daraufhin jeweils den Aktivitätsvorteil konnte aber im Bodenkampf trotz großem Einsatzes leider nicht punkten – 0:3 Rundenniederlage (0:2/0:1/0:1).

Lukasz Dublinowski (96kg FR) war gegen Robert Glor auf Sieg gesetzt und sollte den Weg Richtung möglicher und durchaus realistischer Pausenführung ebnen. Ab hier nahm dann das „Luftfahrtdrama“ seinen Lauf. Lukasz verletzte sich in der zweiten Runde so schwer, dass er in Runde drei mit tiefem und schmerzverzerrten Gesicht den Kampf abbrechen musste – 0:4 Aufgabe (1:0/0:1/0:0).

Radek Bierzanowski (rotes Trikot)Trotz deutlicher Verunsicherung durch Lukaszs Verletzung lieferte sich Neuzugang Rafal Statkiewicz (66kg FR) eine ansehnliche Bewegungsschlacht mit Michel Schneider. In Runde zwei nutzte der Luckenwalder eiskalt und mit der dazugehörigen Portion „Härte“ seinen Einsteiger aus dem Rafal nicht mehr entweichen konnte – 0:4 Schulterniederlage (0:2/0:7). „Hier habe ich ein sehr enges Ergebnis prognostiziert“ meinte LSC-Coach Andreas Zabel, weiter äußerte er: „Wenn der Michel einmal Lunte richt, dann nutzt er diese Chance auch“, Zabel lobte damit die konsequente Art seines Schützlings.

Das gesteckte Ziel mit einem knappen Ergebnis oder gar mit einer Führung in die Pause zu gehen, löste sich in Schall und Rauch auf - Pausenstand 3:14.

Schon auf dem Papier war abzusehen, dass es in der zweiten Kampfhälfte ganz schwer werden wird dem 1. Luckenwalder SC Paroli zu bieten. Obwohl kein Sieg und noch nicht mal mehr eine Runde in die Luftfahrtecke kam, mangelte es nicht an der richtigen Einstellung bei den Luftfahrtakteuren.

Ohne Runde und ohne Punkt.

Mirco Redmann (84kg GR) kämpfte gegen den Junioreneuropameister von 2009 Viktor Lörincz. Etwas ärgerlich verlief die erste Kampfrunde. Mircos Abklemmtechnik im Boden wurde als Aktion seines Gegners ausgelegt. In Runde zwei verletzte sich Mirco bei einer Abwehraktion und konnte sich folglich in Runde drei nicht mehr wehren – 0:3 Rundenniederlage (0:2/0:2/1:6).

Wentze (rot) vs. Achmerzaev (blau)Engagiert ging Bakar Achmerzaev (66kg GR) gegen Marc Wentzke zu Werke. Bakar musste sich allerdings spätestens im Bodenkapf den kraftvollen Rollen des Ex-Luftfahrters geschlagen geben – 0:3 Rundenniederlage (0:1/0:4/0:4).

Einen schlechten Tag erwischt? Falsch Gewicht gemacht? Marcel Redmann (84kg FR) blieb als einziger Luftfahrtakteur deutlich unter den Erwartungen. Marcel war ab der zweiten Runde platt und fand zudem keine Mittel mehr gegen den sehr unbequemen Franco Büttner. Ein „Opferwurfversuch“ quittierte Marcel mit der unnötigen Schulterniederlage – 0:4 Schulterniederlage (1:0/0:1/1:3/0:3).

Seine Aufgabe erfüllt hat Norman Brennert (74kg FR) gegen den sehr stürmischen Lennard Wickel. Norman hielt den jungen Luckenwalder nach anfänglichen Problemen besser in Schach und verhinderte mit einer normaler Weise sehr mannschaftsdienlichen Leistung die Höchstniederlage – 0:3 Rundenniederlage (0:5/0:2/0:3).

Leider etwas unter ging der ansonsten äußerst gelungene Auftritt von Neuzugang David Ignatius (74kg GR) gegen Damian Hartmann. Lediglich eine kleine Unaufmerksamkeit in der ersten Runde im Standkampf lies David zum Punktverlust zu. Überzeugend war seine 1a Bodenarbeit bei der er ohne Punktverlust blieb. Mit dieser Leistung und Einstellung wird David in Zukunft in der Lage sein fürs Team in dieser sehr komplizierten Gewichtsklasse zu punkten – 0:3 Rundenniederlage (0:3/0:1/0:1).

Das Endergebnis von 3:30 beschäftigte mit Sicherheit die Teamleitung des SV Luftfahrt weniger, eher die Tatsache wie auf Dauer gleich zu Saisonbeginn zwei Verletzungsausfälle kompensiert werden können. Besonders der Ausfall von Lukasz Dublinowski lässt, gerade in Hinblick auf den wichtigen Kampf in Thalheim, vorerst erstmal nur leere Gedanken in die Köpfe steigen. Da der für diese Gewichtsklasse ebenfalls verpflichtete Radoslaw Baran keine Freigabe des polnischen Verbandes bekommt, ist Improvisationstalent gefragt. Die Teamleitung muss aufpassen, dass nicht gleich zu Saisonbeginn ihnen die berühmt berüchtigten Felle davon schwimmen.

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