Kleinostheim 2011

Großer Erfolg für den Luftfahrtnachwuchs in Kleinostheim

Beim größten deutschen Nachwuchsturnier an der bayrisch-hessischen Landesgrenze gingen auch in diesem Jahr wieder knapp 400 Sportler über die Waagen. Auf den 8 Matten tummelten sich Ringer aus über 90 Vereinen aus allen Landesverbänden Deutschlands. Internationales Flair erhielt die im Übrigen wieder hervorragend organisierte Veranstaltung durch starke Teams aus Belgien und Russland. Durch unser Bundesligateam, die Erfolge Berliner Sportler bei Deutschen Einzelmeisterschaften und natürlich die furiosen Medaillenerfolge der Norbert Klein-Equipe bei den letzten Schülermannschaftsmeisterschaften hat sich der Nachwuchs des SVL hier vor Ort jede Menge Reputation erarbeitet. Geschuldet wohl auch durch die starken Auftritten hier in den vergangen Jahren. Die Zeiten, in der wir zum Lernen hierher fuhren, sind vorbei. Jetzt wird kräftig geerntet. So errangen wir drei Turniersiege, dreimal Bronze und viele weitere gute Ergebnisse. Großes Kompliment erst einmal an alle Sportler, die dabei waren. Wieder war die Disziplin und der Zusammenhalt der Truppe grandios. Wann immer ein Luftfahrter auf die Matte ging, konnte er sich seines eigenen Fanblocks gewiss sein. Auch beim Realisieren der Kampfgewichte gab es keine Probleme. Nur Trainer Klein war im Dauerstress und wurde zeitweilig von Frank Stier und Roland Schröder assistiert. Gerne nahmen wir in diesem Jahr auch das Angebot des LSC an, gemeinsam mit einem modernen Reisebus zu fahren. Dadurch war An- und Abreise sehr entspannt.

Zu den einzelnen Sportlern

C/D Jugend

In der Gewichtsklasse bis 31kg kämpfte sich Felix Löhnhardt unter 20 Startern auf einen hervorragenden 3.Platz. Obwohl er noch zu den Jüngeren in der Altersklasse zählt, trumpfte er mit sichern Schultersiegen gegen die Hessen Luca Göhrisch, Laurin Scholz und Hakan Iren, sowie den Greizer Anton Struchalin auf. Gegen den Fahrenbacher Peter Schütz musste er sich knapp geschlagen geben, obwohl er auch hier tolle Moral zeigte. Im letzten Poolkampf besiegte Felix den Nürnberger Michael Janot wiederum sehr sicher. Auch im Kampf um Bronze ließ er nie einen Zweifel aufkommen, wer hier die Matte als Sieger verlässt. Der bedauernswerte Marat Teuvazhev war chancenlos und fand sich im 2. Durchgang auf den Schultern wieder.

Richard Schröder war der unumstrittene Herrscher in der mit 23 Teilnehmern bestens besetzten Kategorie bis 34kg. Mit 7 sicheren Schultersiegen über Lücke (Seeheim), Lebold (Salzgitter), Blayvas (Halle),Kahnt (Greiz), sowie die Bayern Madeiczyk und Jung und zu guter Letzt David Brenn aus Tennenbronn holte sich der junge Berliner sicher den Siegerpokal. Beeindruckend dabei seine Kampfübersicht und Schlitzohrigkeit. Unter anderem mit Abklemmern und Schinderhannes siegte er sich von Runde zu Runde. Clever gerade die beiden Kämpfe gegen den Thüringer Kahnt und im Finale. Eine echte Augenweide. Chapeau! Auch Richie gehört noch zum jüngeren Jahrgang.

Gilbert Rösler konnte in der 38kg-Kategorie durchaus sein großes Talent andeuten, nur setzte er leider nicht die vom Trainer geforderte Marschroute um. So ging Kampf 1 gegen Tim Rechsteiner aus Nürnberg völlig unnötig in der 3. Runde noch verloren. Statt sauber über Beinangriffe zu ringen, versuchte Gilbert sich als Klassiker und scheiterte damit. Auch in den folgenden siegreichen Kämpfen gegen Fromm aus Rheinbach und Keilbach aus Freiburg wogte das Kampfgeschehen hin und her. Im Poolfinale war der Luftfahrter gegen den Turniersieger Dennis Würger aus Gresgen ohne echte Chance. Im Finale um Platz 5 dann noch einmal Dramatik pur. Gegen Jochen Tatli konnte er in beiden Runden mit seiner Brustpresse unnötige Rückstände noch korrigieren und seinen Widersacher schließlich auf den Ast legen. Schade, die Medaille hatte der Berliner im ersten Kampf leider verschenkt. 14 Teinehmer gingen hier auf die Matte.

Marvin Krüger ging im Limit bis 58kg an den Start. Hier hatte er mit dem Freiburger Alexander Remensberger leider nur einen Widerpart, den er jedoch mit eigenen druckvollen Aktionen in beiden Durchgängen sicher beherrschte.

B-/C-Jugend

Jonathan Rottach hatte sich trotz seines Umzuges super auf diesen Wettkampf vorbereitet, doch leider fand sich kein Starter in seiner Gewichtsklasse bis 31kg. So kam er ohne Kampf zu Gold.

In der Kategorie bis 34kg errang sich Friedrich Schröder bei 12 Teilnehmern einen hervorragenden Bronzeplatz und scheiterte nach sicheren Siegen gegen Maximilian Preiß (Nackenheim) und Marcel Scheid nur an Johannes Voegele vom TuS Adelhausen. Dabei zeigte Friedrich gerade in Runde 1 noch einen Superfight. Im 2. Abschnitt spielte der Badener seine körperlichen Vorteile mehr aus. Im kleinen Finale war der Berliner dann aber wieder obenauf und besiegte den Hessen Karl Straub in Runde 2 nach verkehrtem Einsteiger noch auf Schulter. Glückwunsch!

Unser Starter im Limit bis 38kg hieß Niklas Kaltenborn. Hier erreichte er unter 15 Teilnehmern einen ordentlichen 6. Platz. In den beiden Kämpfen gegen Marc Baumgarten aus Leipzig und Marcus Schuhmann vom KSC Jena musste der Luftfahrter sich ordentlich strecken, um zu triumphieren, was aber eindrucksvoll gelang. Taktisch clever agierend, setzte er viele gute Aktionen und verwaltete die Vorsprünge bis zum Gong. Gegen den Russen Ruslan Baschirov hatte Nicki keine echte Chance. Auch gegen den Bayern Akbulut Enes und Nico Klüglein aus Unterdürrbach unterlag der Berliner trotz Gegenwehr. Wir hätten uns aber etwas mehr Risikobereitschaft gewünscht. Wären in den letzten drei Runden womöglich keine Siege drin gewesen, so doch die eine oder andere Wertung.

Einen außerordentlich starken Auftritt hatte Deward Stier im Gewicht bis 50kg. Diesen krönte er bei 19 Teilnehmern mit dem Gewinn der Bronzemedaille, dem wohl größten Erfolg seiner bisherigen Karriere. Gegen die Bayern Markus Kratzer und Christoph Bauer siegte er souverän nach einer Vielzahl an guten Stand- und zunehmend auch Bodentechniken . Gegen den ebenfalls bis dato unbesiegten Hessen Johannes Deml machte Dewey einen Superfight und siegte nach Beinaushebern mit TÜ. Leider konnte der Luftfahrter danach gegen Vladislav Wagner von der WKG Untere Nahe keine Akzente setzen und verlor technisch unterlegen. Bitter hierbei war, dass eine einfache Punktniederlage zum Einzug ins Finale genügt hätte, da die drei Poolersten sich untereinander besiegten. Im kleinen Finale gegen den Mainzer Marco Weber kam der Berliner jedoch eindrucksvoll zurück und gewann Durchgang 1 trotz Rückstand nach 1: 45 Minuten noch. Im 2. Abschnitt setze Deward zwei Einserwertungen gegen den nun nachlassenden Rheinländer und brachte den Sieg sicher über die Zeit.

Johnny Roßbach startete im Limit bis 54kg mit 24 Teilnehmern und besiegte Jakob Eich aus Hösbach zunächst souverän. Der nächste Durchgang hatte es bereits in sich. Gegen Chambat Ibragimov aus Essen verlor Johnny im 2. Durchgang leider etwas die Übersicht und siegte noch durch den 2. Dreier. Gegen seinen Trainingskameraden Sven Menzel aus Potsdam machte der Berliner kurzen Prozess. Nun ging es in die entscheidenden Kämpfe und gegen den Freiburger Maximilian Remensberger wurde Johnny im Abschnitt 3 vom Kari klar benachteiligt. Trotz sicherer eigenen Aktion erhielt der Südbadener eine 2, die der Luftfahrter mit zwei Einserwertungen nicht mehr kompensieren konnte. Im Kampf gegen den Hessen Fatih Durna machte sich der Substanznachteil gerade im 2. Durchgang bemerkbar. Im Fight um Platz 5 dann wieder ein sicheren Schultersieg gegen Nikas Kuhn aus Hösbach. Schade, eine Medaille war möglich.

Doa Küksar war unser Starter im Gewicht bis 58 kg und besiegte nach einer Vielzahl von guten Angriffen sicher gegen Maik Fuchs aus Erlangen und Incecik Tayyib aus Dettingen. Beim Kampf gegen Sebastian Klusak aus Hohenlimburg gab Doa Abschnitt 1 unnötig ab, siegte am Ende jedoch noch souverän. Gegen den Deutschen Meister Daniel Decker aus Köllerbach war Doa nur auf Schadensbegrenzung aus. Obwohl er einige Male gut am Bein dran war, riskierte der Berliner nichts und verlor folgerichtig technisch unterlegen. Auch gegen den Hessen Christian Schmitt kam vom Luftfahrter nicht mehr viel. Im Kampf um Platz 5 gegen Marvin Epp aus Malsch ging der Berliner erst einmal in Führung, ließ sich im weiteren Verlauf jedoch den Schneid abkaufen und verlor am Ende auf Schulter. Schade, hier war eindeutig mehr möglich. Platz 6 von 15 Startern.

Kadetten

Bis 63kg begann Cyrill Kummer wirklich stark. Nach einem sicheren Schultersieg über Christopher Adu von der WKG Untere Nahe, besiegte Cyrill in einem spektaktulären Kampf den Petersburger Sergej Dirilo. Wie in besten Zeiten glich der Berliner noch Rückstände aus und gewann knapp aber völlig verdient gegen den Russen. Knapp unterlag der Luftfahrter dann gegen den Hessen Nikolai Schliebitz. Hier machte sich dann doch Substanzverlust bemerkbar. Auch gegen den Turniersieger Lukas Grundler aus Mering war Cyrill chancenlos. Am Ende Rang 10 von 23 Teinehmern. An Cyrill selbst liegt es nun, den Trainingsrückstand auszugleichen. Erkennbar ist, dass er jederzeit in der Lage dazu ist, in die deutsche Spitze zurückzukehren.

Daniel Sartakow rang ein ordentliches Turnier im Gewicht bis 69kg. Sicherer Auftaktsieg gegen Ali Erbektas aus Worms. Gegen den Saarländer Martin Decker drehte Daniel nach verkorkster erster Runde noch mächtig auf und siegte verdient. Einen ganz starken Auftritt hatte der Berliner gegen den Deutschen Meister Johann Steinforth aus Leipzig. Beeindruckend immer wieder, welche Superbewegungen Daniel drauf hat und, aus für ihn nachteiligen Situationen, noch Punktgewinne erzielt. Etwas zu hoch dann die Niederlagen gegen die beiden Hessen Christoph Henn und Alexander Hast. Hier war eigentlich mehr möglich. Platz 6 von 19 Teilnehmern.

Etwas überfordert schien Jan Wodtke im Limit bis 76kg, obwohl er gerade in Runde 1 gegen den Hessen Manuel Cara ordentlich dagegen hielt. Schulterniederlage im 2. Durchgang. Spätestens gegen Kirill Surikow aus Rheinbach machte sich der Altersunterschied von 2 Jahren dann doch bemerkbar.

Nachteilig für unsere A-Jugendlichen wirkte sich natürlich das Fehlen ihres Trainers aus, der durch die Bundesliga nicht zur Verfügung stand. Besonders bei Daniel wäre mehr drin gewesen.

In der Mannschaftswertung belegten wir von 93 Teams einer hervorragenden 2.Platz. Mit 3 Punkten Rückstand hinter Sieger KSV Köllerbach mussten wir uns von den Saarländern nur knapp geschlagen geben. Mit dem Einsatz von Justus Wydmuch, Til Hübner und Artem Grinko wäre die Wiederholung unseres Triumphes aus dem Jahr 2009 durchaus realistisch gewesen. Gute Besserung an dieser Stelle für die Genannten.

Nun gilt es die tolle Form zu konservieren, denn Anfang Dezember steht für die Jungs der Trainingsgruppen Klein, Lienig und Schwarz das Finale der Jugendliga Nordost an. Hier kommt es zum Klassiker gegen die Küstenringer, die bekanntermaßen ihre besonderen Fähigkeiten im klassischen Bereich haben. Nachdem wir ihnen bei den beiden letzten Deutschen Mannschaftsmeisterschaften jeweils eine Medaille wegschnappen konnten, sinnen die Jungs aus Torgelow und Greifswald sicher auf Revanche. Nach dem Auswärtskampf am 3.12. empfangen wir die Vorpommern am 10.12. 11 zu Hause und würden uns über zahlreichen und lautstarke Unterstützung sehr freuen. Unsere Ringkampfeleven brauchen sie und sie hätten es sich einfach verdient.

s.c.