2.Kampftag: RSK Gelenau - SV Luftfahrt II 17:21

Nichts für schwache Nerven

Es war der erwartet schwere Kampf im Areal Erzgebirgsblick in Gelenau vor stimmgewaltiger Kulisse. Bei unserem Team zogen unter der Woche graue Wolken auf, denn gleich drei Stammkräfte musste aus unterschiedlichsten Gründen ersetzt werden, trotzdem wollte das Team etwas reißen. Die Kampftaktik war nach dem Wiegen eigentlich offensichtlich: In den unteren Klassen den Gelenauern Paroli bieten und einen Kampf drehen und oben möglichst mit den maximalen Zählern punkten.

Da das Team anscheinend nur in Unterzahl gut funktioniert kann, wurde diesmal die Gewichtskasse bis 55kg FR nicht besetzt. Patrick Baumann erhielt kampflos die Punkte – 0:4 kampflos – Stand 0:4.

Der taktische Schachzug Tom Linke (120kg GR) in die höchste Klasse zu schieben, ging vollends auf. Bis auf Runde zwei sicherte er sich den wichtigen Aktivitätsvorteil für die Bodenrunden, wo er seinen Gegner zu rollen vermag. 15 Sekunden vor Ende des Kampfes gab sich Tom noch mal kämpferisch, denn der 4er musste her. Mit dem Gong beförderte er Lucas Kästel noch einmal in die Bodenlage und holte den wichtigen 11. Wertungspunkt – 4:0 Überlegenheit (5:0/1:0/5:0) – Stand 4:4.

Nichts zusammen lief bei Henning Wahl (60kg GR) gegen Daniel Franke. In allen Belangen hatte Henning das Nachsehen. Das Gelenauer Urgestein spulte zielstrebig seine Routine aus, denn auch dem Gastgeber war klar, dass sie in den unteren Klassen Höchstsiege einfahren mussten – 0:4 Überlegenheit (0:7/0:8/0:3) – Stand 4:8.

Es war wahrscheinlich des erste Mal, dass Pawel Szwenk (96kg FR) den glasklaren Kampfauftrag bekam den Höchstsieg einzufahren. Auf der anderen Seite sollte dies der äußerst defensiv eingestellte Benjamin Rümmler verhindern. Pawel funktionierte wie ein Uhrwerk und kam zu keinem Zeitpunkt aus dem Rhythmus. Jede Beinattacken führte zur Wertung und zum hoch verdienten Überlegenheitssieg – 4:0 Überlegenheit (5:0/4:0/2:0) – Stand 8:8.

Daniel Sartakov (66kg FR) wurde die zweite Runde zum Verhängnis, als er seinen Arm im Bodenkampf nicht mehr befreien konnte und gnadenlos ausgerollt wurde. Es schwand hier die Chance einen Kampf „kurz“ zu halten. Stefan Saul auf Gelenauer Seiten trumpfte mit seiner physischen Überlegenheit auf. Für Daniel war dieser Kampf kein Beinbruch eher Lerneffekt, aber man sah ihm an, dass er enttäuscht war sein Team nicht weitergebracht zu haben – 0:4 Überlegenheit (0:2/0:7/0:4) – Pausenstand 8:12.

Gleich nach der Pause standen die beiden wohlmöglich entscheidenden Schlüsselkämpfe an.

Christopher Krowiorz (84kg GR) sprang sozusagen Übernacht für den kurzfristig verhinderten Franz Hartwig ein. Im Kampf gegen Louis Otto schwappten dann zum ersten Mal die Emotionen über. Die sicher geglaubte erste Runde wurde Christopher gestohlen, da es der Gelenauer Kampfrichtertisch vermied auch wirklich bei 2 Minuten das Zeitzeichen zu geben. Zur Frechheit gegenüber der Gastmannschaft wurde diese Nummer in Runde zwei noch mal abgezogen. Nur eine klare Ansage des ansonsten absolut souveränen Mattenleiters sollte wieder für klare Verhältnisse sorgen. Trotzdem blieb die Stimmung gereizt, weil das Problem dabei: Anstatt mit zwei Runden zu führen, lag Christopher mit zwei Runden hinten. Diese Führung lies sich Louis Otto nicht mehr nehmen und sicherte sich den Sieg – 1:3 Rundenniederlage (1:1/0:2/1:0/0:2) – Stand 9:15.

Nachdem Kevin Thalau (66kg GR) gleich mit der ersten Aktion einem Kopfzug von Kay Hofmann hinterher ging, schienen dem Team die Felle davon zu schwimmen. Aber es kam das ganz große Aufbäumen vom Teamkapitän. Er blies damit zur furiosen Aufholjagd. Kevin lies seinem Gegner keine Chance mehr, drückte dem Kampf seinen Stil auf und diktierte das Geschehen. Runde drei schien noch mal eng zu werden, aber in verbleibenden 13 Kampfsekunden behielt er die Nerven und glich zum Rundengewinn aus. Mit diesem so wichtigen Sieg stieß Kevin den Bock um und brachte das Team wieder in Schlagdistanz – 3:1 Rundensieg (3:3/2:0/1:1/1:0) – Stand 12:16.

Patryk Dublinowski (84kg FR) sprang ebenfalls völlig uneigennützig und kurzfristig für den erkrankten Lars-Erik Eichler ein. Patyk sollte gegen Dennis Mehlhorn ebenfalls Richtung Höchstsieg ringen und eigentlich brannte auch gar nicht an… naja „eigentlich“ halt… Den 4er schon sicher in der Tasche lies er sich in der wirklich aller letzten Sekunde noch mal zu einer Aktion hinreißen, die der Kampfrichter zum völligen Unverständnis mit einer Konterzwei für den Gastgeber bewertete. Ein - zu Recht völlig ungläubiges Gesicht - bei Patryk, denn der 4er war futsch – 3:0 Rundensieg (6:0/4:1/3:2) – Stand 15:16.

Die Hausherren waren sich sicher, dass Kirk Haupt für die Gelenauer den entscheidenden Sieg einfahren wird, allerdings hatte Norman Brennert (74kg FR) etwas dagegen. Es war der Kampf um die Einserwertung, der das Duell entscheiden sollte. Norman rackerte um die Wertung, der Gelenau hingegen kam punktuell mal aus seiner Deckung mit dem Versuch Norman am Mattenrand überraschen zu können. Norman war der Aktivposten auf der Matte und konnte so auch die Clinchsituationen in Runde zwei und drei für sich bestimmen und entscheiden. Die Führung im Mannschaftskampf wechselte erstmals zu unserem Gunsten – 3:0 Rundensieg (1:0/1:0/1:0) – Stand 18:16.

Man nehmen: Zwei Gladiatoren, entledigt sich deren Rüstung, Schild und Helm, schmiere dem Einen rote Kriegsbemalung dem Anderen blaue Kriegbemalung an den Körper, jeder bekommt eine Axt in die Hand gedrückt und schicke sie ins Kolosseum. Die Taktik(?): Ganz einfach – Irgendwann steht keiner mehr auf! Schmerzen(?) - Was ist das? Ergebnis: Der rote Gladiator Jan Ziska konnte „leicht“ lädiert irgendwann nicht mehr. Der Triumphator: Der blaue Gladiator Florian Görsch (74kg GR). Eine Material- und Wertungsschlacht, die keinen mehr ruhig sitzen blieben lies und an Dramatik kaum zu überbieten war – 3:1 Rundensieg (4:3/1:4/3:3/4:3) – Endstand 21:17.

Luftfahrts Zweite gewinnt in Gelenau und zwar im ersten Anlauf. Eine geschlossene und tolle Mannschaftsleistung, die ein Stück Anerkennung verdient. Kommendes Wochenende tritt das Team bei der WKG Leipzig/Taucha II an.