7. Kampftag: SV Luftfahrt - SV Hallbergmoos 13:26

Der Funke sprang nicht über

Nach drei Siegen in Folge kassierte das Bundesligateam gegen einen stark aufgestellten SV Siegfried Hallbergmoos eine Heimniederlage. Irgendwie lief der Kampf am Team vorbei, der Esprit der letzten Kämpfe fehlte. Der Kampf lief nicht nur am Team vorbei, sondern faktisch am gesamten Verein, denn nur sehr sehr wenige Zuschauer kamen in das Sportzentrum, um ihr Team zu unterstützen – vielleicht auch ein Grund, warum der Funke nicht übersprang.

Mit einer tollen ersten Runde startete Sven Cammin (55kg FR) in den Kampf gegen Adam Bienkowski, danach verlor er allerdings völlig den Faden. Sven lies sich immer wieder von der Fassart des Polen in Diensten der Gäste fixieren und führen. In diesem Kampf wäre durchaus mehr drin gewesen – 1:3 Rundenniederlage (4:1/1:2/0:4/1:4) – Stand 1:3.

So richtig in die Gänge kam an diesem Abend auch Schwergewichtler Ricardo Melz (120kg GR) nicht. Ihm fehlte es irgendwie an der zündenden Idee. Der Litauer Mindaugas Ezerskis erwies sich besonders im Bodenverhalten als nicht zu überwindendes Bollwerk – 1:3 Rundenniederlage (0:1/0:2/2:0/0:1) – Stand 2:6.

An Aktionismus fehlte es Radek Bierzanowski (60kg GR) im Kampf gegen Christopher Geiger mit Sicherheit nicht. Ein eigentlich richtig guter Rollenansatz von Radek in Runde eins konterte seine Gegner mit einem beherzten Griff in Oberschenkel, der nicht geahndet wurde. Radek fand sich so zu Unrecht in der gefährlichen Lage wieder. Ab Runde zwei spielte der Hallbergmooser besonders seine physischen Vorteile aus und lies Radek keine Chance mehr – 0:3 Rundenniederlage (0:3/0:1/0:3) – Stand 2:9.

Ein Lichtblick war der klasse Auftritt von Radek Baran (96kg FR) gegen Mateusz Gucmann. Beide Ringer lieferten sich einen Kampf mit filigranen Bewegungsabläufen, die man in dieser Gewichtsklasse nur selten sieht. Radek besaß in den entscheidenden Momenten das größere Durchsetzungsvermögen und gewann am Ende hochverdient – 3:1 (1:0/1:0/0:1/2:0) – Stand 5:10.

Einen Kampf über die gesamte Distanz von fünf Runden lieferten sich Norman Brennert (66kg FR) und Moritz Oberhauser. Norman entschied die erste Runde im Clinch für sich. Sprichwörtlich mit dem Gong gab er dann Runde zwei ab. Ab Runde drei hatte sich Norman eigentlich sehr gut auf seinen Gegner eingestellt, musste aber trotzdem Runde vier abgeben. In der letzten Runde lies er allerdings dann nichts mehr anbrennen – 3:2 Rundensieg (1:0/0:1/1:0/1:1/2:0) – Pausenstand 8:12.

Tom Linke (84kg GR) arbeitet sich von Kampf zu Kampf näher an die Konkurrenz heran. Gegen Michal Jaworski holte Tom hochverdient zwei Mannschaftspunkte. Im zweiten Kampfdurchgang konnte er den Polen im Standkampf gleich zweimal regelrecht technisch vorführen. In Runde drei gelang Tom ein erfolgreicher Heber aus der Bodensituation. In den letzten beiden Runden stellte Toms Gegner auf Routine um und lies im Bodenkampf keine Wertung mehr zu. Trotz Niederlage ein starker Kampf von Tom – 2:3 Rundenniederlage (0:2/2:0/1:0/0:1/0:1) – Stand 10:15.

Nach schon guten Kämpfen am letzten Wochenende bestätigte Bakar Achmerzaev (66kg GR) seine ansteigende Form. Bakar hatte das Geschehen auf der Matte im Griff, lediglich in Runde zwei brachten seine Rollen keine Wertungspunkte. Zuvor konnte Bakar gegen Alexander Fritsch die erste Runde im Standkampf für sich entscheiden. In Runde drei kam dann auch die Rolle durch. Im letzen Kampfdurchgang verteidigte Bakar die Bodensituation und siegte – 3:1 Rundengewinn (1:0/0:1/2:1/1:0) – Stand 13:16.

Obwohl auch ein beschwerdefreier Marcel Redmann (84kg FR) gegen Soslan Gattsiev nichts hätte ausrichten können, sah man Marcel schon im Kampfverhalten an, dass er noch arg gehandicapt ist. Mangels Alternativen an diesem Wochenende, stellte er sich trotzdem in den Dienst der Mannschaft und komplettierte zumindest das Team – mehr war von Marcel einfach nicht zu erwarten – 0:4 Überlegenheit (0:6/0:6/0:6) – Stand 13:20.

Der Riemen war runter. Auch bei Adam Sobieraj (74kg FR) lief an diesem Abend nichts zusammen. Gegen einen stürmischen und aufgestachelten Ergün Aydin lief es doch sehr auch Schadensbegrenzung bei Adam hinaus. In der dritten Runde lag Adam doch recht aussichtsreich in Führung konnte allerdings die Führung nicht über die Zeit bringen – 0:3 Rundenniederlage (0:1/0:2/2:3) – Stand 13:23.

Ordentlich zur Wehr setzte sich David Ignatius (74kg GR) gegen Aleksandr Kazakevic und gab keinen 4er ab. Besonders Davids gute Bodenarbeit verhinderte, dass hohe Wertungspunkte abgegeben wurden. In Runde drei gelang ihm sogar kurzzeitig die Führung. Davids Leistung bekam viel Anerkennung, denn er hielt den litauischen Ausnahmeringer ordentlich in Schach – 0:3 Rundenniederlage (0:4/0:1/1:2) – Endstand 13:26.

Es passte so Recht nichts zusammen an diesem Samstag. Vielleicht auch weil man sich im Vorfeld nur Außenseiterchancen ausgerechnet hat.

Zum letzten Kampf der Hinrunde reist das Team am kommenden Wochenende zum SV Untergriesbach.